- Gastgewerbe schafft direkt und indirekt Arbeitsplätze: Das Schweizer Gastgewerbe beschäftigt direkt rund 228‘000 Personen. Dies sind rund 9% aller Beschäftigten im Dienstleistungssektor oder etwa 6% der Beschäftigten in allen Sektoren. Das Gastgewerbe schafft aber auch indirekt viele Arbeitsplätze in anderen Branchen wie zum Beispiel der Bauwirtschaft, im Fachhandel sowie in der Landwirtschaft. So wird in der Schweiz rund die Hälfte des Fleisches in der Gastronomie konsumiert. Damit werden auf dem Bauernhof, bei den Grosshändlern und auch im lokalen Gewerbe viele Arbeitsplätze geschaffen. Ein starkes Gastgewerbe ist daher auch im Interesse der gesamten Volkswirtschaft.
- Satzdifferenzierung arbeitsmarktpolitisch verfehlt: Das Gastgewerbe ist nach der Erziehung und dem Gesundheitswesen, zwei von der Mehrwertsteuer weitgehend befreiten Branchen, derjenige Wirtschaftszweig mit dem höchsten Anteil von Personalkosten am Gesamtaufwand. Der Anteil der Personalkosten in der Nahrungsmittelindustrie ist weniger als halb so gross wie im Gastgewerbe. Während Restaurants also äusserst arbeitsintensiv sind und im Verhältnis zum Umsatz viele Arbeitsplätze bieten, gilt für die maschinelle Nahrungsmittelproduktion genau das Gegenteil. Vor diesem Hintergrund ist die steuerliche Bevorzugung von Fertigmahlzeiten auch aus arbeitsmarktpolitischen Gründen völlig falsch.
- Auch Arbeitsplätze für wenig Qualifizierte: Das Gastgewerbe bietet auch Arbeitsplätze für wenig Qualifizierte. Gerade darin sieht AMOSA, die Arbeitsmarktbeobachtung von zehn Kantonen, einen wesentlichen Grund, warum das Gastgewerbe eine sehr wichtige Branche ist.
- Tourismus ist viertgrösste Exportbranche: Wenn ausländische Besucher in der Schweiz touristische Dienstleistungen beanspruchen, hat dies auf die schweizerische Zahlungsbilanz die gleiche Wirkung wie der Export von Waren. Tatsächlich ist es auch so, dass der Tourismus in der Schweiz die viertgrösste Exportbranche ist.
- Konkurrenzfähigkeit des Gastgewerbes gegenüber ausländischen Destinationen: Die Qualität des Schweizer Gastgewerbes ist im internationalen Vergleich ausgezeichnet. Leider ist sie aber auch teuer. Die wichtigsten Gründe dafür sind die hohen Schweizer Löhne sowie die hohen Warenkosten. Der einzige Kostenvorteil gegenüber dem Ausland ist die (noch) tiefe Mehrwertsteuer. Es ist deshalb sehr wichtig, dass dieser einzige Kostenvorteil sorgfältig verteidigt und ausgebaut und den ausländischen Entwicklungen betreffend tieferen Mehrwertsteuersätzen für das Gastgewerbe Rechnung getragen wird.
